Taufe

Anmeldung zur Taufe
Die Anmeldung ist zu den normalen Öffnungszeiten des Pfarrbüros möglich.
Ideal ist die Anmeldung bis ca. 2 Monate vor dem gewünschten Termin. Für allfällige Fragen stehen ihnen das Pfarrbüro, wie auch Pfarrer Gerald Gump gerne zur Verfügung.

nötige Dokumente:
Geburtsurkunde und Meldezettel des Kindes
Taufscheine von Eltern & Patin/Paten

Inhaltliches zur Taufe (Kindertaufe)
Ein Mensch ist geboren. Seine Lebensgeschichte hat begonnen. Was für eine Geschichte wird sie werden? Eltern, Familie und Freunde werden sicherlich alles tun, dass die Lebensgeschichte den bestmöglichen Weg nimmt. Doch – Vieles kann man nicht steuern, nicht vorhersehen, nicht beeinflussen. Alle werden das Beste für das Kind versuchen, aber was wirklich daraus wird…

Als Christen haben wir die Hoffnung, dass wir bei all dem nicht auf uns allein gestellt sind. Wir glauben, dass ein liebender Herrgott Herr des Lebens, des Liebens und der Welt ist. Es ist ein Gott, der zum konkreten Menschen sein „JA der Liebe“ sagt. „Noch ehe ich Dich im Mutterleib formte, habe ich Dich ausersehen, noch ehe Du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich Dich geheiligt. Fürchte Dich nicht; denn ich bin mit Dir um Dich zu retten!“ (Jer 1, 5a.8), sagt dieser Gott zum konkreten Menschen. Inmitten einer Welt, die von Zerstörung (Umwelt etc.), Ungerechtigkeit und Schuldverstrickung gezeichnet ist (die Theologie nennt das etwas missverständlich „Erbsünde“), gibt Gott sein Versprechen des Lebens, das stärker ist.

Als Christen bekennen wir uns zum Mensch-gewordenen Gott Jesus Christus. Es war einer, der Unheil und Dunkelheit der Welt am eigenen Leib gespürt hat, aber in voller Entschlossenheit dagegen aufgetreten ist. Er ist den Weg des Liebens und Lebens für uns vorausgegangen. Dadurch hat er aber auch die Macht & Dynamik, die das Böse nunmal an sich hat, endgültig gebrochen. Mit diesem Jesus wird der Mensch in der Taufe untrennbar verbunden. Durch ihn hat Sterben, Unheil und Tod nicht das letzte Wort – durch ihn ist der Christ ein von allem Bösen („Sünde“) „erlöster Mensch“, er bekommt von Gott „Leben in Fülle“ geschenkt. Die Liturgie nennt dies „in der Taufe neugeschaffen“ oder „Leben aus Wasser und Heiligem Geist“.

Mit der Taufe wird der Mensch auch in die Gemeinschaft der „Erlösten“, in die Kirche aufgenommen – bei uns ganz konkret in eine unserer Pfarrgemeinden. Der Christ ist damit Teil einer Gemeinschaft, die – in all ihren Schwächen und Fehlern – versucht, den Lebensweg mit diesem das Leben schenkenden Gott zu gehen. Daher ist Taufe nur im Rahmen einer christlichen Gemeinde möglich, nicht unabhängig von Kirche.

In der Taufe verspricht der Herrgott mit äußerlichen Zeichen, dass er auf den Menschen sein Leben lang liebevoll schauen wird.

Die Kindertaufe?!
Manche Eltern stellen sich die Frage, ob sie ohne Einwilligung des Kindes die Taufe erbitten sollen. Ähnlich, wie sie die Auswahl eines Arztes, des Kindergartens oder vieler anderer Lebensumstände treffen, tun sie das auch bei der Taufe. Das Kind wird auch nicht gefragt, welche Muttersprache es lernen will – sie wird quasi „automatisch“ geschenkt. Ähnlich verhält es sich mit dem Glauben an Gott, der in der Taufe ausgedrückt wird.

Bei einer Kindertaufe hat dies jedoch zur Folge, dass es in der Verantwortung der Eltern (und Paten) liegt, der Taufe Inhalt zu geben, das heißt, dem Kind Gott auch näher zu bringen. Eine Taufe, ohne dass das Kind eine Chance hat, Gott kennenzulernen und in zumindest eine Grundform des kirchlichen Miteinanders hinein zu wachsen, ist nicht sinnvoll. Daher wird bei der Tauffeier auch nach der Glaubensüberzeugung der Eltern und Paten gefragt. Nach menschlichem Ermessen ist anzunehmen, dass das Kind damit dann aufwächst – genau so, wie es seine Muttersprache „lernt“.

Nur wenn das Kind ein Leben mit Gott wirklich von innen kennenlernt, kann es sich später einmal auch selbst dafür oder dagegen entscheiden. Ich kann schließlich auch nicht sagen, das Kind solle einmal selbst entscheiden, ob es Pop-Musik mag, ohne ihm diese jemals vorzuspielen.

Wenn sich nun Eltern aus echtem Verantwortungsbewusstsein den Anforderungen nicht gewachsen fühlen, welche eine religiöse Erziehung des getauften Kindes an sie stellt, was spricht dann für die Taufe des Kindes? Ein Kind wird auch dann nicht in ein religiöses Vakuum hineingetauft, wenn in einer Pfarrgemeinde gläubige Menschen für die Taufe gutstehen wollen und den Eltern ihre Hilfe anbieten. Dabei kommt der/m Taufpatin/en eine besondere Aufgabe zu, sie/er soll ein/e Glaubensfreundin des Kindes werden. Auch im Kindergarten, im Religionsunterricht der Schule, in den außerschulischen Kommunion- und Firmgruppen und bei den Kindergottesdiensten ist reichlich Gelegenheit, dem Kind religiöse Impulse zu vermitteln. Und ist in diesem Zusammenhang die Taufe der Kinder nicht insgesamt für Eltern und Familie eine Chance, die Welt des christlichen Glaubens in neuer, vertiefter Sicht kennenzulernen?

nützliche pdfs zum Runterladen
Gottesdienst-Ablauf zur Kindertaufe
Bibelstellen zur Tauffeier
Fürbitten für die Tauf-Feier
Segensgebete für das Kind
Unser ganzes „Tauf-Heft“

Der Tauftermin
Der eigentliche Tauftermin ist in der Osternacht (selbstverständlich auch heuer möglich). Im Zentrum des Kirchenjahres erneuern die Christen ihre Zugehörigkeit zu Gott („Taufbekenntnis“) und die Kandidaten werden in diese versammelte Kirche „hineingetauft“. Aus diesem Grund finden in der Österlichen Bußzeit („Fastenzeit“) im Regelfall keine Taufen statt.

Darüber hinaus ist es möglich, die Taufe in der Sonntagsmesse zu feiern., sonst auch in extra Taufterminen des Sonntags oder Samstags. Wichtig bei jedem Termin ist, dass es keine „Privatfeier“ einer Familie (dies würde dem Sinn der Aufnahme in die Gemeinde widersprechen), sondern eine Feier der ganzen Gemeinde ist, was sich durch Anwesenheit möglichst vieler mitfeiernder Christen ausdrückt; zumindest wird diese Gemeinde durch den taufenden Priester ausgedrückt.

Die Taufpatin / Der Taufpate
Die meisten Eltern nehmen die Wahl der Paten sehr ernst. Pat/inn/en sind so etwas wie geistige Mütter oder Väter für die Kinder. Und so suchen Eltern meist jemanden zum Paten aus, von dem sie sich eine Ergänzung und zusätzliche Stütze erwarten können: Sie wählen meist jemanden aus, der dem Kind durch seine Art und seine Persönlichkeit zusätzlich Impulse für seine seelische Entwicklung geben kann.

Es ist heute beim Paten – Gott sei Dank – weniger die Frage nach reichlichen Geschenken im Vordergrund, sondern ob jemand Zeit für das und Interesse am Kind finden kann.

Geschenke können dabei schöne Zeichen der Verbundenheit sein. Jedoch sollen sie sinnvoll gewählt sein. Die Sinnhaftigkeit eines „Taufbriefes“ oder dgl., der viel kostet, dann einmal angesehen wird und ansonsten mehr im Weg liegt, als Erinnerung bietet, ist z. B. anzuzweifeln. Frage vor der Geschenkauswahl: Was tut meinem Taufkind gut, was braucht es wirklich, wird auch in einem Geschenk mein Amt als Taufpate deutlich (nicht in der finanziellen Größe messbar!)? Wie wär’s z. B. mit einer selbst gestalteten Taufkerze, einem persönlich gebasteltes Taufandenken oder später einmal mit einem Zeitgutschein (3 gemeinsame Sonntage verbringen, …) – der Phantasie sollen keine Grenzen gesetzt sein – der Geldbörse schon!

Was oft nicht im allgemeinen Bewusstsein ist: Paten sollen dem Kind auch helfen, in der christlichen Gemeinde heimisch zu werden. Daher muss auch die/der Patin/e selbst getauft (und kann auch sinngemäß nicht aus der Kirche ausgetreten) sein. Sie sollen eine Verbindung zur Kirche fördern, ein „Glaubensfreund“ des Kindes werden. Da ist eine Fülle von Gesprächen, vor allem aber aktives Vorleben wichtig!

zusätzliche Informationen für Taufpat/inn/en

Der Name – Namenstag
Meist schon während der Schwangerschaft überlegen die Eltern, wie ihr Kind heißen soll. Es ist ein fundamentales Recht der Eltern, ihrem Kind einen Namen zu geben. Daher haben sie auch das Recht, es mit Namen am Beginn der Tauffeier der versammelten Gemeinde vorzustellen (Pfarrer: „Welchen Namen habt Ihr Eurem Kind gegeben?“)!

Bei Christen hat der Name aber eine noch weit tiefere Bedeutung. Der Name ist ja nicht nur dazu da, zwei Personen voneinander zu unterscheiden – da würden Nummern ausreichen. Der Name meint den ganzen Menschen, seine Individualität, seinen Charakter, seine Bedürfnisse, Vorlieben, Stärken und Schwächen. Er meint den Menschen ganz! Gott sagt: „Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir!“ (Jer 43,1).

Auch ist man als Christ/in nach einer/m Heiligen („Namenspatron/in“) benannt. So ist es guter, christlicher Brauch, dessen Gedenktag als „Namenstag“ des Kindes zu feiern. So könnte an diesem Tag eine kleine Familienfeier, die brennende Taufkerze, eine Segnung (wie bei der Taufe kleines Kreuzerl auf die Stirne zeichnen) oder andere Zeichen das Kind daran erinnern, dass Gott zu ihm in der Taufe sein JA der Liebe gesagt hat!

Es muss nicht immer Taufe sein…
Es gibt unterschiedliche Gründe, dass Eltern um die Taufe ihres Kindes bitten. Nachdem das Kind diese Entscheidung nicht selbst treffen kann, ist die Taufe eines Kleinkindes nur dann sinnvoll, wenn Eltern (und Paten) entschlossen sind, wirklich ihr Kind im Vertrauen auf Gott und in Gemeinschaft mit der Kirche zu erziehen, was sie auch am Beginn der Tauffeierlichkeit versprechen.

Für viele Familien ist das selbstverständlich – und sie tun es auch in einer wunderschönen und ganz persönlichen Art und Weise. Für andere ist es ein Anlass, wieder auch selbst das Thema „Gott“ und Kirche ins Leben hereinzuholen – gemeinsam mit dem Kind ist es oft leichter, nach einigen Jahren, wo Gott und Kirche irgendwie aus dem Blickfeld verschwunden sind, wieder neue Anfänge zu setzen und auch in die Pfarrgemeinde erneut hineinzuwachsen.

Manche Eltern oder ein Elternteil wollen oder können das aber eigentlich nicht. Ein ehrliches „Ja“ auf die die Tauffeier eröffnende Frage, ob sie Ihr Kind im Glauben und in Gemeinschaft der Kirche erziehen wollen, ist nicht möglich. Wenn das bei Ihnen teilweise der Fall sein sollte, möchten wir Ihnen als Pfarrgemeinde folgenden Vorschlag machen:

Kindersegnung – eine Alternative?
Anstatt einer Taufe planen wir eine „Kinder-Segnung“: Gemeinsam feiern wir in einem festlichen Gottesdienst, dass das Kind da ist, danken Gott dafür und erbitten seinen Segen – sehr ähnlich dem Taufritus. Das Kind wird auch in das Buch der Taufanwärter („Katechumenenbuch“) eingetragen, wodurch es in vielen Bereichen damit als katholisch gilt. Selbstverständlich kann es auf Anmeldung der Eltern hin dann auch den Religionsunterricht besuchen.

möglicher Ablauf einer Kindersegnung („Feier der Annahme“)

Taufe – etwas später
Wenn ein nicht gleich nach der Geburt getaufte Kind später z. B. durch Familiengespräch, Begegnungen im Kindergarten, Religionsunterricht oder die herannahende Erstkommunionsvorbereitung der Mitschüler, selbst den Wunsch hat, getauft zu werden, feiern wir dies. Das beinhaltet überdies die Chance, dass Ihr Kind seine eigene Taufe auch bewusst miterleben kann.

Wir ersuchen Sie, falls das Beschriebene teilweise auch Ihre Situation trifft, diesen Vorschlag zu überdenken, gegebenenfalls auch beim Taufgespräch zu thematisieren, oder auch mit Pfarrer oder einer/m anderen Seelsorger/in darüber zu reden. In manchen Situationen ist eine Kindersegnung vielleicht das Passendere!

Zum Heimat-Finden…
Herzlich willkommen in der Pfarrgemeinde St. Elisabeth
Herzlich willkommen in der Pfarrgemeinde St. Florian
Herzlich willkommen in der Pfarrgemeinde St. Thekla

Taufe von Erwachsenen
Eigentlich wäre dies ja der ursprüngliche Normalfall: Dass Menschen zu Gott finden, in das Miteinander der kirchlichen Gemeinschaft aufgenommen werden wollen – und dies dann in der Taufe feiern.
Wenn Erwachsenen-Taufen bei uns auch lange Zeit unüblich waren, sind sie heute drastisch im Steigen.
Wenn Sie sich als Erwachsene/r für die Taufe interessieren, wenden Sie sich bitte an eine/n Seelsorger/in oder direkt an Pfarrer Gerald Gump (Tel: 01 / 505 50 60; eMail: Gerald.Gump@zurFrohenBotschaft.at).

Viele Infos dazu finden sich auch HIER.

Weiterführende Informationen, Anregungen und Impulse zur Taufe finden Sie HIER!

 

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